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Eine alte Tradition auf dem Weg zu neuem Leben

Es geht dabei in erster Linie um den Versuch, das Brauchtum in seiner Entstehung und Weiterentwicklung zu erfassen, und interessierten Menschen die richtigen Wege zur Realisierung ihres Vorhabens aufzuzeigen.

Das Böllerschießen hat zwar eine traditionsreiche und teilweise auch durch alte Chroniken belegbare Geschichte, die bis in das ausgehende 15. Jahrhundert zurückreicht. Trotz intensiver Nachforschungen ist es aber bis heute nicht gelungen, das Entstehen dieses Brauchtums nachzuweisen. Das seit Jahrhunderten ausgeübte Böllerschießen ist Pflege alten Brauchtums.

Böllerreferentin: Heidemarie Haas

Eine lustige Geschichte hat sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Hornberg zugetragen:

So haben die Einwohner von Hornberg in Erwartung des Einzugs ihres Fürsten (Eberhard Ludwig 1677-1733?) ihre Böllerschüsse solange geprobt, bis ihnen das Pulver ausging. Beim Einzug in das Städtchen wollten sie dann durch kräftiges Brüllen das Böllern nachahmen, natürlich misslang der Versuch und führte zur Bestrafung der Missetäter.

Seit Jahrhunderten wird zu den unterschiedlichsten Anlässen im deutschsprachigen Raum geböllert.

Das Böllerschießen findet an besonderen Festtagen statt, z. B. Hochzeiten, Kirchweihen, in den Rauhnächten, insbesondere an Heiligabend oder an Neujahr, zu Sonnwend. Dies geschieht, um böse Geister zu vertreiben und die anstehende Zeit mit guten Vorzeichen zu beginnen.

Zum anderen wird auch bei Schützenfesten und bei Beerdigungen von Kriegsveteranen und langjährigen Vereinsmitgliedern in Schützen- und Veteranenvereinen geschossen, sowie Ehrensalut für hohe Gäste bei Veranstaltungen. Am deutschen Volkstrauertag wird der Brauch des Böllerschießens zumeist in süddeutschen Dörfern gepflegt, um somit die Opfer und gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege zu ehren.