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Pfeil und Bogen gehörten zu den ältesten bekannten Distanzwaffen und wurden schon in der Steinzeit als Jagd- und Kampfwaffen bei allen Kulturvölkern benutzt.  So ist Bogenschießen in vielen Kulturen und Religionen verwurzelt.

Archäologen vermuten, daß sogar schon in der Periode der letzten europäischen Eiszeit (also vor ca. 50.000 Jahren) mit Pfeil und Bogen geschossen wurde. Diese Funde gründen sich auf Pfeilspitzen aus Horn, Knochen oder Stein, die Archäologen bei Grabungen im Norden Afrikas entdeckt haben.
Erste bildliche Darstellungen des Bogensports stammen von Höhlenmalereien in Lascaux (Südfrankreich), in Los Caballos und in der Saltadore-Grotte bei Castellón (Spanien) vor ca. 15.000 Jahren.
Älteste Funde von Pfeilschäften und – spitzen in Deutschland gehen auf rund 9.000 Jahre v. Chr. zurück.

Schnell stellten die Bogenschützen fest, dass allein durch häufiges zielgerichtetes und konzentriertes Üben die Trefferqualität wesentlich besser wurde. Wettkämpfe boten sich an, sein Können mit anderen Schützen zu vergleichen. Zielte man angeblich bei den ersten Olympischen Spielen 776 v. Chr. noch auf angebundene Schweine, später dann auf Kürbisse und Melonen, so entwickelten sich seit dem Mittelalter die heute noch gebräuchlichen Strohscheiben als dauerhafter.
Gegen Ende des Mittelalters verlor der Bogen als Waffe aber an Bedeutung. Bogenschießen entwickelte sich mehr und mehr zum Sport.
In England, dem Ursprungsland dieses Sports, wurden Pfeil und Bogen im 16. Jahrhundert noch im Kampf benutzt. Zum letzten Mal kam das Bogenschießen in kriegerischen Auseinandersetzungen bei polnischen Reiterabteilungen im Jahre 1807 gegen Napoleon zum Einsatz!
Parallel dazu entwickelte sich das Bogenschießen zu einer modernen Sportart. Bereits 1583 fand  dort  der erste Wettkampf  mit  über 3000 Schützen  statt.  Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die ersten Clubs gegründet, bevor es 1908 in London und 1920 in Antwerpen zum olympischen Programm zählte.
Erst 1930 entstand der älteste deutsche Bogensportverein, die „Hamburger Bogenschützengilde“.
Mit der Gründung des internationalen Dachverbands „Fédération Internationale de Tir à l´Arc (kurz FITA) wurde 1931 in Polen der Grundstein dafür gelegt, dass Bogenschießen nach langjähriger Pause wieder zu den olympischen Spielen zugelassen wurde. 

1954 beschloss der Deutsche Schützenbund das Bogenschießen als ordentliche Disziplin in sein Sportprogramm aufzunehmen und der FITA beizutreten.
Durch die Initiative und dem Engagement von Konrad Aichemüller (Nürnberg), der von 1955-1970 als erster Bogensportreferent des DSB aktiv war, ist ein solider Aufbau des Bogensports in Deutschland gelungen.

Juli 1958: erstmalige WM-Teilnahme einer deutschen Mannschaft in Brüssel.
Sept. 1958: Erste Deutsche Meisterschaft FITA in Nürnberg.
Sept. 1959: Erste Bayerische Meisterschaft FITA in Kehlheim.
Den Durchbruch erlangte diese Disziplin mit der Olympiade 1972 in München, wo das Bogenschießen nach 52jähriger Abwesenheit wieder in das olympische Programm aufgenommen wurde.
1976: Erste Bayerische Meisterschaft Halle in Neumarkt
1976: Erste Deutsche Meisterschaft Halle in Böblingen