Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Das Endschießen der Altstädter Schützenkompagnie wurde jeweils am Michaelistag abgehalten. Laut Gengler-Chronik fand die Kirchweih in Erlangen ehedem auch an Michaelis bzw. am Sonntag danach statt (Erlanger Saalbuch im Stadtarchiv von 1641 bzw. 1528). Wann die Verlegung auf Pfingsten erfolgte, ist nicht bekannt. Vielleicht erinnert das Endschießen an Michaelis an die ehemalige Kirchweih. Somit wäre unsere Gesellschaft nicht nur mit der Bergkirchweih verbunden, sondern auch mit der Kirchweih Jahrhunderte vorher.

Vielleicht bringt dieses Wissen um das Endschießen  bei den Aktiven die Einsicht, sich wieder daran zu beteiligen und es nicht zu Grabe zu tragen. Es kann doch nicht sein, dass ein Schießen mit solcher Geschichte, das noch dazu von der Schießleitung attraktiv umgestaltet wurde, als überholt bezeichnet wird. Oder wird das Endschießen wieder schießenswert, wenn wie zu damaliger Zeit, die Gabe des Vogelkönigs, also die Schützenscheibe, zum Endschießen gegeben wird? Die älteren unter uns Schützenbrüdern werden sich erinnern: dies war bei uns auch noch vor einigen Jahren "Usus, Sitte und Gebrauch".

Es kann doch nicht sein, dass wir Mitglieder in unseren Reihen haben, die keinerlei Interesse an der Gesellschaft haben, sondern nach dem Motto schießen:

Ich zahl’ meinen Beitrag und nach mir die Sintflut!

Sollte dies doch der Fall sein und diese Dienstleistungsmentalität weiter so zunehmen, dann wäre unsere Gesellschaft die längste Zeit auf dieser Welt gewesen. Die Talfahrt wäre eingeleitet.

Ehrenoberschützenmeister

Gerhard Kammerer