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Wie bereite ich mich für einen Wettkampf vor?

Wie verhalte ich mich im Wettkampf?

 

"Ist ja ein alter Hut", "Weiß ich schon immer".

Wer so denkt, darf diesen Artikel gerne überspringen. Es gibt immer schon Schützen, die wissen mehr als andere. Trotzdem kommen diese allwissenden Cracks mit ihren Erkenntnissen nicht immer zu guten Ergebnissen. Aus aktuellem Anlass möchte ich dem einen oder anderen Bogenschützen (Einige Punkte gelten auch für "Pistoleros") mit diesem Artikel helfen, sein hohes Können im Training auch im Wettkampf abzurufen. Also hier mein sicher noch verbesserungsfähiger Versuch, alle wichtigen Punkte einer möglichst guten Wettkampf-Vorbereitung und -Durchführung zusammenzufassen.

 

Vorbereitungen / Anreise

- Vor jedem Wettkampf trainiere ich regelmäßig.

- Wenn ich durch Schule/Dienstreisen/Krankheit gebunden bin,

   versuche ich meine Athletik und den Rhythmus per Theraband

   (z.B. vor einem Spiegel) daheim/unterwegs zu trainieren.

- Vor jedem Wettkampf bin ich mit 8 Stunden Schlaf gut ausgeruht.

- Drei Stunden vor jedem Wettkampf bin ich munter.

- Alle  Probleme/Fragen/Anrufe etc. löse ich daheim, also vorher.

- Ich kontrolliere meine Ausrüstung auf Vollständigkeit:

 

   sind alle Schrauben angezogen?

    sind alle Pfeile in Ordnung?

 

- Zum Wettkampf-Ort fahre ich nicht selbst, sondern lasse mich

   möglichst mitnehmen.

- Mindestens eine Stunde vor Wettkampfbeginn bin ich vor Ort.

- Handies schalte ich schon vor jedem Wettkampf bis zum Ende ab.

- Ich wärme mich kurz vor Beginn jedes Wettkampfs mindestens

  10 Minuten lang durch Armkreisen und Lockern der Oberkörper-

  muskulatur auf.

- Dann erst beginne ich mit den Dehnübungen.

- Anschließend simuliere ich mit dem Theraband 10 Trockenschüsse

  an der Schießlinie in Echtzeit.

 

 Während des Wettkampfs

 

- An der Schießlinie betreut mich nur mein Coach.

- Ich esse wenig, aber trinke viel.

- In der Wettkampfpause schlichte ich mich nicht voll, denn deftiges

   Essen transportiert mein Blut vom Kopf zur Verdauung in den

   Bauchraum. Gute Konzentration findet aber im Kopf statt.

- zum Stillen von Hunger und Durst sind Bananen und Apfelsaft-

  schorle bewährte Mittel, die nicht belasten.

- Während des Wettkampfs denke ich nur an "meinen" Sport.

- Ich schaue den Pfeilen nicht nach.

- Ich versuche mir vorzustellen, dass jeder Schuss ein einzelner

  Wettkampf ist. Der "alte" Wettkampf wird abgehakt. Dann beginnt

  wieder ein neuer.

- wenn ich zur Scheibe laufe, mache ich mich mit positiven und

  fröhlichen Gesprächen locker.

- den besten Zehnerpfeil ziehe ich zum Schluss.

- beim schlechtesten Pfeil merke ich mir die Nummer, um ihn

  eventuell auszutauschen.

- beim Zurücklaufen kontrolliere ich die Pfeile:

 

  sind alle Spitzen drin?

  sind alle Federn vollständig und fest?

  sind die Nocken in der richtigen Position?

  sind die Pfeile gerade?

 

- Bei Stress konzentriere ich mich auf nur ein technisches Detail.

- Dreimalige tiefe Bauchatmung hilft dabei zusätzlich.

 

Ich wünsche mir, dass sich alle unsere Wettkampfschützen diese wenigen Ratschläge hin und wieder durch den Kopf gehen lassen oder sie hier nachlesen. Ich bin sicher, dass dann die Ergebnisse nicht nur besser, sondern - über die Schießzeit gesehen - auch konstanter und weniger stressbelastet werden. Wir wollen doch Erfolg haben. Oder?

 

Diethelm Tröger